Rezensionen Bücher Blutspur - Rezension
Samstag, 10. Dezember 2011 23:31

Blutspur - Rezension

geschrieben von  GoldenEye

Nach einer weltumspannenden Seuche hat sich das Leben auf der Erde grundlegend verändert: Die magischen Wesen sind aus dem Schatten getreten, Kobolde, Vampire und andere Untote machen die Straßen unsicher.
Dies ist die Welt, in der die Hexe und Kopfgeldjägerin Rachel Morgan lebt, deren Job es ist, diese finsteren Kreaturen zur Strecke zu bringen ...

Inhalt

Nach einer weltumspannenden Seuche hat sich das Leben auf der Erde grundlegend verändert: Die magischen Wesen sind aus dem Schatten getreten, Kobolde, Vampire und andere Untote machen die Straßen unsicher.
Dies ist die Welt, in der die Hexe und Kopfgeldjägerin Rachel Morgan lebt, deren Job es ist, diese finsteren Kreaturen zur Strecke zu bringen. Eines Tages hat Rachel jedoch genug von ihrem wenig aussichtsreichen Job in der magischen Sicherheitsbehörde von Cincinnati und kündigt. Gemeinsam mit der abgeklärten Vampirin Ivy, auf deren Enthaltsamkeitsgelübde man sich nicht verlassen sollte, und Jenks, einem vorlauten Pixie, gründet sie eine eigene Agentur.
Doch als Rachels ehemaliger Chef, der sich durch ihre Kündigung gedemütigt fühlt, ihr ein Tötungskommando auf den Hals hetzt, sieht sie nur einen Weg, um ihre Haut zu retten: Sie muss Trent Kalamack, den gefährlichsten Gangster der Stadt, überführen, da er mit illegalem Rauschgift, dem sogenannten Brimstone dealt und eine hohe Belohnung auf ihn ausgesetzt ist. Der aber hat seine eigenen Pläne …



Unsere Meinung

Das Buch beginnt mit einem Fall in Cincinnatis Downtown. Zunächst weiß man nicht, was man von Rachel und ihren besonderen Fällen halten soll. Man ist etwas überrumpelt von den vielen Namen, die genannt werden. Doch liest man nur ein paar Seiten weiter, klärt sich alles und man steckt mitten drin in Rachel Morgans Welt. Man macht Bekanntschaft mit so einigen merkwürdigen Kreaturen, ein bisschen liest es sich, als hätte Kim Harrison alle nur erdenklichen Gestalten aus Sagen, Legenden und Märchen in dieses eine Buch gepackt. Doch dabei verliert es nie seinen Charme und schon gar nicht an Witz. Rachels scharfzüngige Monologe sind immer wieder lustig und geben dem Buch seine besondere Note. Aber auch die Dialoge sind nicht zu verachten. Sie entstehen passend zur Situation und wirken weder gekünstelt und noch unpassend.
Mithilfe ihrer Freunde Ivy, der Vampirin und dem kleinen Pixie Jenks zieht sie ihr eigenes Geschäft auf. Diese drei völlig unterschiedlichen Charaktere sind ein absolutes Dreamteam, da sie sich gegenseitig ergänzen. Ivy ist zwar seit Jahrzehnten abstinent, doch kann sie Rachels Blut nur sehr schwer widerstehen, was oft zu prekären Situationen zwischen den beiden führt. Und Jenks wird mit seinem vorlauten Mundwerk absolut nie unsympathisch. Er ist pfiffig, klug und etwas draufgängerisch. Er begleitet Rachel auf ihren geheimen Missionen und rettet ihr auch so oft genug das Leben.

Als Rachel ihren tristen Job kündigt, geht man davon aus, dass jetzt Ruhe einkehren wird und sie ihren eigenen Weg geht. Doch nur ein paar Zeilen später lässt sich bereits erahnen, dass sich ihr Wunsch nicht erfüllen wird. Denn ihr Boss ist sauer – stinksauer. Er setzt sie auf die Todesliste, denn so eine Demütigung kann der mächtige Denon nicht über sich ergehen lassen. Warum, klärt sich später.
Über die gesamten 576 Seiten baut sich eine Spannung auf, die sich zwar zwischendurch etwas entlädt, aber das schadet der Geschichte in keiner Weise. Man merkt, dass am Ende etwas wartet, wofür es sich lohnt, immer weiter zu lesen. Wirklich quälen muss man sich dafür nicht; man kann das Buch ohnehin kaum aus der Hand legen. Denn auch der Schreibstil kommt dem Buch zu Gute. Er lässt sich flüssig lesen, alles wird detailliert beschrieben – alles bis auf Rachel. Die Vorstellung von ihr bleibt (zumindest was das Äußere betrifft) doch recht dunkel. Ihr Aussehen wird so gut wie gar nicht beschrieben, dafür alle anderen Charaktere umso umfassender.

Harrison hat einen Schreibstil, der sehr gut zur Geschichte passt und sie abrundet. Es wird alles sehr bildlich beschrieben und man kann sich gut in die Situationen versetzen und man fühlt, was die Charaktere fühlen, egal ob es Angst oder Freude ist. Jedoch hat man so manches Mal das Gefühl, dass ihr die Synonyme ausgehen. Vor allem im hinteren Teil des Buches fällt das immer wieder auf.



Fazit

"Blutspur" entstand nicht während der großen Vampir-Welle, trotzdem war es ein Welterfolg – völlig zu Recht. Das Buch liefert alles, was ein gutes Buch braucht: Spannung, Witz und eine klitzekleine, sich leise anbahnende Liebesgeschichte. Man wird immer wieder von Neuem überrascht, selten kommt es so, wie man es vermutet. Es lässt sich sehr gut lesen und – der beinahe wichtigste Punkt – es macht Lust auf mehr, was auch gut ist: Schließlich ist die Rachel-Morgan-Reihe mit neun Büchern noch immer nicht abgeschlossen.

Weitere Informationen

  • Originaltitel: Dead Witch Walking
  • Autor(in): Kim Harrison
  • Übersetzung: Alan Tepper, Isabel Parzich
  • Einband: Paperback, Broschur
  • ISBN: 978-3-453-43223-9
  • Preis: € 13,00 [D] | € 13,40 [A] | CHF 18,90
  • Erscheinungstermin: bereits erschienen

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