Rezensionen Bücher Die spinnen, die Finnen - Rezension
Mittwoch, 01. Februar 2012 18:44

Die spinnen, die Finnen - Rezension

geschrieben von  Bananenbaumblatt

Dieter Hermann Schmitz ist durch und durch deutsch, aber sein Entschluss ist gefasst: Er will Finne werden. Doch was gehört dazu, um ein waschechter Finne zu sein? Ein sieben-Punkte-Plan wird erstellt und innerhalb eines Jahres abgearbeitet.

 

Inhalt

Dieter Hermann Schmitz ist durch und durch deutsch, seine Frau eine waschechte Finnin. Wie die Liebe es nun einmal will, ist er zu ihr gezogen und lebt nun seit einigen Jahren dort. Immer wieder stößt er an und gerät in einen Gewissenskonflikt. Irgendwann entscheidet Hermann, dass er Finne werden will, schließlich hat er in dem Land eine Familie und lebt dort. Der Entschluss ist gefasst, doch was gehört dazu, um ein waschechter Finne zu sein? Ein sieben-Punkte-Plan wird erstellt und innerhalb eines Jahres abgearbeitet.



Unsere Meinung

Solche Bücher muss man mögen und sich auch für das entsprechende Land samt Kultur interessieren, denn sonst hat das alles keinen Sinn. "Die spinnen, die Finnen" kann man mit einem Dokumentarfilm am ehesten vergleichen. Entweder man mag‘s oder nicht. Das Schöne ist, dass Hermann Deutscher ist und man somit das Zusammentreffen zweier Kulturen nachempfinden kann. Ich selber habe mich in der einen oder anderen Gewohnheit wiedergefunden und festgestellt, wie deutsch doch so manche Dinge sind. Warum sagen wir Nutella, wenn wir doch Nuss-Nougat Creme meinen? Oder warum sagen wir Tempo anstatt Taschentuch? Das sind nur Kleinigkeiten, die wir für selbstverständlich halten. Das mag alles vielleicht interessant klingen, was es im Grunde genommen auch ist, doch sind diese Dinge nur rar im Buch. Erst recht die erste Hälfte ist zäh und man fragt sich, wo das Ganze enden soll. Zum Ende hin wird es besser, doch nicht gut genug, damit ich das Buch insgesamt gut fand.

Hermann ist eine interessante Person und versucht, einem das Land wirklich näher zu bringen. Leider bringt das einige Probleme mit sich. Denn er verliert sich schnell und beschreibt über Seiten hinweg nur. Man kann einfach die Natur Finnlands nicht in Worte fassen.
An sich ist das Buch angenehm zu lesen, abgesehen von den vielen Beschreibungen und teilweise fehlenden Dialogen, doch stört es den Lesefluss, wenn man umblättert und auf der Doppelseite nur zwei bis drei Absätze vorfindet. Ich fand es immer wieder erschreckend und hatte kaum Lust weiterzulesen, da es so viel zu sein schien. Ich habe mich regelrecht erschlagen gefühlt.

Man kann sagen, dass dieses Buch einige Dokumentationen auf den Punkt bringt und mit ihnen mithalten kann, solange man noch nicht viel weiß. Hat man sich jedoch schon mit dem Land befasst, so bietet es nichts Neues und ist eher ermüdend und zäh.
Ich hatte mir einfach etwas anderes vorgestellt. Es hat sich hauptsächlich mit den Finnen beschäftigt, was sie ausmacht und viel weniger mit dem Land selber. Mich hätte zum Beispiel interessiert, wie das mit der Schule ist, schließlich wird in Deutschland immer von der finnischen Schule gesprochen. Was macht das finnische Schulsystem so besonders? Wo liegen die Unterschiede? Da hätte man viel erzählen können, zumal Hermann zwei Kinder hat. Schade, wirklich.

 

Fazit

An sich kein schlechtes Buch. Möchte man sich zum ersten Mal mit dem Land befassen und kommt mit abschreckend langen Erzählungen und relativ wenigen Dialogen klar, so kann man sicherlich nicht viel falsch machen. Für Finnland-Freaks bietet das Buch nichts Neues. Deshalb 2,5 Punkte.

Weitere Informationen

  • Originaltitel: -
  • Autor(in): Dieter Hermann Schmitz
  • Übersetzung: -
  • Einband: kartoniert
  • ISBN: 978-3-548-28219-0
  • Preis: € 8,95 [D], € 9,20 [A], sFr 12,50
  • Erscheinungstermin: bereits erschienen

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